
Worum geht es bei Panmundo.com?
Zeitplan der PanMundo-Reise (PDF)


Nachdem Tobias nun zwei Jahre, 100'000 Kilometer und 43 Länder lang unterwegs war und ich ihn in dieser Zeit nur einmal besuchen konnte, wollte ich doch zumindest das PanMundo-Feeling auch nochmals erleben. Dieser hervorragende Plan entstand im ersten Moment mehr aus der Not heraus, denn der Besuch im Reisebüro machte klar, dass das Ziel, die englische Insel mit Flugzeug und Miet-Range-Rover zu bereisen, nicht zu finanzieren war. So baten wir Tobias, sein Auto für unsere Ferien ausleihen zu dürfen, um uns damit von Zürich aus auf den Weg zu machen. Ab ins Abenteuer und damit zumindest „PanMundo light“.
Nachdem die ersten Schwierigkeiten mit der Alarmanlage (im Seefeld zur Freude aller Nachbarn und Gäste des Ristorante Toto) überwunden waren, gings los durchs wunderschöne Val de Travers ins Burgund. Mit einem schönen Nuit-St-Georges war der Start nach der Ankunft im kleinen Dörfchen St-Vincent-en-Bresse burgundisch-gut und entspannt. Um dem eigentlichen Ziel der Reise – Cornwall, der malerischen Südspitze Englands – etwas näher zu kommen, gings schnell weiter in die Bretagne. Die Marathonfahrt durch die Nacht wurde nur durch Tankstopps unterbrochen. Das verfolgen der Ziffern auf der Zapfsäule trieb einen die Tränen in die Augen, doch bei 95L-Tankinhalt, durchschnittlichen 15l-Verbrauch pro 100km und den aktuellen Diesel-Preisen ist man an der Tankstelle immer gleich „Kunde des Tages“; zumindest der Tankwart war also glücklich. Auf dieser Fahrt gabs für Tobias’ Land Cruiser dann auch gleich noch ein kleines Jubiläum: die Marke von 300'000 Kilometern wurde durchbrochen. In den Morgenstunden dieser Fahrt konnten wir viele vorbeirauschende Loire-Schlösser bei aufgehender Sonne bestaunen – ein toller Anblick!
In Quiberon übernachteten wir dann auch das erste Mal im Dachzelt, direkt mit Blick aufs Meer und bei heftigem Regen und Wind ein unschlagbares Erlebnis! Das konnte auch durch die zugegebenermassen nicht gerade tolle Infrastruktur des Zeltplatzes (aus Myriams Duschablauf krabbelte ein mittleres Skorpion) nicht geschmälert werden.
Von Roscoff gings dann, wiederum in einer nächtlichen Fahrt mit der Fähre, in knapp 8 Stunden übers Wasser nach Plymouth, wo uns typisch englisches Wetter empfing. Bei Nebel und Nieselregen kommen allerdings die schmalen, mit hohen grünen Hecken gesäumten Strässchen Cornwalls auch erst so richtig zur Geltung. Und wenn man dann mal einen Blick auf die grünen Wiesen dahinter erhascht, so kann man sich schnellstens in einen Sherlock Homes Roman hineinversetzt fühlen.
Ab dem 2. Tag hatten wir wunderschönes Wetter, die perfekte Mischung aus Sonnenschein, Wölkchen und Wind, die jene wunderschöne englische Landschaftstimmung hervorbringt, wie wir sie aus den Rosamunde Pilcher Filmen unserer Mütter kennen.
Am nächsten Tag besuchten wir im Künstlerstädtchen St. Ives die „Tate Gallery“, die schön anzusehen ist aber natürlich nicht ganz mit derjenigen in London mithalten kann. Ausserdem waren wir etwas überrascht über die vielen englischen Touristen, die im beschaulichen Örtchen für unseren Geschmack etwas zu heftige Ballermannstimmung verbreiteten und flüchteten uns deshalb schnell nach Padstow. Padstow ist laut „Lonely Planet“ Cornwalls Cannes und das hat was. Nicht ganz so pompös aber doch herzig und mit überraschend vielen, hochstehenden Gastronomieangeboten. Auch letzteres schliesslich etwas, was in England nicht gerade an jeder Ecke zu finden ist. Denn anfangs ist der Pub-Food mit Ale und vielen frittierten Sachen ja noch ganz lustig, mit der Zeit beginnt aber dann schon das Fernweh nach dem kulinarisch etwas weiterentwickelten Frankreich.
Schliesslich hatten wir noch die Gelegenheit, die wohl schönste Stadt Englands, Bath, zu besuchen. Das Sonntagsshopping in Bath brachte dann mangels sinnvoller Parkmöglichkeiten noch Licht in die englischen Gepflogenheiten der Polizei: Wenn man eine Parkbusse von 70 Pfund (was ich übrigens sehr viel finde) innert 14 Tagen zahlt, so darf man die Hälfte abziehen.
Wenn wir schon beim Verkehr sind: auch wenn die Engländer kulinarisch nicht ganz das Niveau von den Franzosen erreichen – auf der Strasse sind sie definitiv die freundlicheren und angenehmeren Genossen. Oder wann bedankt sich schon ein Busfahrer in der Schweiz, in Deutschland ganz geschweige denn in Frankreich wenn man ihm die Strasse freigibt? Ausserdem sind die französischen Harakiri-Überholmanöver – am besten immer auch vor einer Anhöhe – auf Dauer etwas nervig. Und auch die Bedienung des Blinkers – im speziellen im Kreisverkehr – scheint im französischen Strassenverkehrsgesetz nicht eindeutig geregelt; so haben wir insgesamt sicherlich 27. verschieden Methoden beobachtet. Dafür hatten wir in Frankreich aber zugegebenermassen tolle Radiounterhaltung mit den beiden Sendern „Skyrock“ und „Radio Fun“ (letzteres hatte ja auch schon vor zwei Jahren unseren Südfrankreich Roadtrip untermalt. Denn diese Sender haben mit ihren mindestens 10 Songs Repertoire, die stündlich wiederholt werden, unglaublichen Unterhaltungsfaktor.
Nach der Rückkehr über den Kanal, ein weiteres bewährtes Mal per Fähre, hiess uns Frankreich am 14. Juli („quatorze juillet“), dem französischen Nationalfeiertag, willkommen. Ein echt französisches Highlight wurde der Abstecher nach Versailles. Dort hat sich der Sonnenkönig Louis XIV mit seinem Schlösschen ein wahrhaft gigantisches Denkmal gesetzt, das unbedingt sehenswert ist.
Ein grandioser Abschluss einer schönen Reise mit einem tollen Auto, das eigentlich viel mehr möchte. Denn wir konnten weder Geländeuntersetzung noch den Schnorchel wirklich einsetzen. Ganz sicher to be continued also..