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August 24, 2007 15:21:23
Denise & Alex: Wir sind Helden!
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Eigentlich waren wir mit unserer Ausbeute an Abenteuern für den heutigen Tag schon völlig zufrieden. Nach den sintflutartigen Regenfällen der Nacht gab Petrus am Morgen eine Zugabe. Unterwegs nach Mae Sariang wurden wir von der Flut überrascht. Ein über die Ufer getretener Fluss überschwemmte die Strasse über eine längere Strecke. Man konnte nur vermuten wo es durch ging, doch durch wollten wir (was ohne GPS ein eigentlich hoffnungsloses Unterfangen darstellte).


Moses-ähnlich durchteilten wir die Wassermassen und schon steuerten wir ahnungslos und guter Dinge auf das nächste Abenteuer zu.

Nach weiteren 10 Kilometern versperrten uns plötzlich 12 Autos die Spur. Wir arbeiteten uns an der Kolonne vorbei und kamen vor einem biblische Ausmasse annehmenden Erdrutsch zum Stehen. Die Strasse war meterhoch mit Lehmerde, Felsbrocken und Baumstämmen zugeschüttet. Sollte dies das Ende unserer abenteuerlichen Reise sein?

Taten- und ratlos schauten uns die Thais zu, wie wir voll schweizerischem Mut und eidgenössischem Tatendrang die Schaufel vom Dach holten und in die Kampfstiefel stiegen. Auf, auf, lieber Brüder! Es gilt ernst; es gilt einen Weg durch den Schlamm zu pflügen.

Gleich Winkelried rief Tobias „sorget für mein Weib und Kind!“ und erklomm den Dreckberg. Es musste doch möglich sein, zwei fahrbare Spuren frei zu schaufeln. Die Thais lächelten uns aufmunternd zu und verspotteten unsere Aktion aufs Ärgste (zumindest klang es so). Sie sollten sich noch wundern!
Nachdem Alex und Tobias im Angesichte ihres Schweisses nach mehreren Stunden harten Schaufelns durch die Regenwand brachen und zum Land-Cruiser zurückkehrten, wurde ein erster Versuch gestartet. Die Sandbleche als Rampe nutzend fuhr Tobias im Geländegang auf die Erdmassen rauf – er hatte das Herz am rechten Fleck!
Nachdem er 2/3 der Verschüttung passiert hatte, stockte uns der Atem: Der Land-Cruiser wurde langsamer und langsamer und blieb schliesslich mit 4 durchdrehenden Rädern stecken. Was nun?
Als gute Schweizer und gleich Wilhelm Tell hatten wir einen zweiten Pfeil im Köcher. Die 5-Tonnen ziehende Seilwinde!
Unterdessen hatten sich mehrere Thais vorgewagt, um unsere wagemutigen Manöver zu beobachten. Einige ganz gewitzte boten Hilfestellung an und schaufelten kräftig mit. Tobias wickelte das Seil der Winde um den einzig verlässlich aussehenden Baum (dessen Stamm mit Stacheln übersäht war) und Alex koordinierte die Schaufelaktion derweil Denise einen persönlichen Kampf mit einem Blutegel ausfocht.
Nachdem die grössten Dreckbrocken vor den Rädern weggeräumt waren, setzten wir die Seilwinde in Betrieb. Unterstützt durch den starken Motor des Land-Cruisers zogen wir uns aus dem Schlamm und Schlammassel raus! Die Thais waren beeindruckt und begannen erfreulicherweise unaufgefordert, Schaufel, Sandbleche und Seile zu säubern.
Von unserem Erfolg beflügelt wollte ein Thai es uns in einem schicken Geländewagen gleichtun und winkte uns ungeduldig zur Seite. Wider besseren Wissens und aufgrund der Sprachbarriere liessen wir ihn gewähren – mit seinen Strassenreifen blieb er nach keinen 8 Metern stecken. Als gute Samariter wendeten wir unser Auto und zogen den nun etwas kleinlauteren Thai raus.

Wir sind Helden!