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Zeitplan der PanMundo-Reise (PDF)


Ausser dass der Schweizer Zoll mich als Deserteur verhaften wollte, verlief die letzte Etappe meiner Panmundo-Weltreise ereignislos. Ich kann nun tief Luft holen und sagen:
„Gschafft“! Nach 2 Jahren, 43 Ländern und 100’000km bin ich am Samstag um 15 Uhr in Pratteln bei Basel eingetroffen. „Gsund und munter“, wie mein Götti vermerkte.
Gut, so munter war ich nicht: Ein Tag vor meiner Ankunft konnte ich wider besseren Wissens nicht „nein“ zu einer spontanen Willkommensparty in einem hippen Club in München sagen – meine bayrischen Studienfreunde waren da sehr überzeugend.
Samstagmorgen um 10 Uhr brach ich nach 4 Stunden Schlaf zu einer an sich ereignislosen Fahrt in Richtung Schweiz auf. Ereignislos bis auf einen kleinen Zwischenfall: Der Schweiz Zoll wollte mein Auto nicht durchsuchen (was mich durchaus freute), hatte aber etwas anderes auf Lager: Nach der Passkontrolle meine der Zöllner freundlich „Si sy aber schuh lang nümme im Land gsi, gälled si?“ und erklärte mir, dass die Schweiz Armee nach mir suchen würde. Aha?
Ich bin bereits vor Jahren aus diesem Verein ausgetreten, und wunderte mich, was die Obersten wohl von mir wollen könnten. Etwas bange war dabei schon – schliesslich wartete in Pratteln eine ganze Willkommensgesellschaft auf meine Ankunft.
Glücklicherweise genügte es, dem Zöllner eine neue Adresse anzugeben – verloren war nur 15 Minuten.
In Pratteln wurde ich um 15 Uhr erwartet – als gute Schweizer schickten meine Freunde bereits ab 15.01 Uhr verzweifelte SMS, mit der Frage, ob ich überhaupt je eintreffen würde. Sorry – da war der Zoll schuld.
Ich umarmte, küsste, klopfte Schultern und schüttelte einigen Leuten, die ich nicht so richtig einordnen konnte, die Hand. Die Lokale Zeitung hatte die Prattler seelisch und moralisch auf meine Ankunft vorbereitet und trotz des regnerischen Wetters war eine kleine Gruppe Schaulustiger hinzugekommen, um meine Freunde und Familie zu verstärken. Eine schöne Heimkehr! (hier per Video dokumentiert!)
Ich weiss – es werden nun tiefschürfende Einsichten von mir erwartet. 2 Jahre rund um die Welt, unglaublichen Gefahren und Strapazen ausgesetzt – dass muss doch Spuren hinterlassen haben!
Ich muss enttäuschen – ich habe weder mich selbst gefunden (ich hatte mich aber zuvor auch nie verloren) noch bin ich Buddhist geworden. Und ungeduldig bin ich nach wie vor.
Eines aber möchte ich hier sagen: Habe keine Angst vor fernen Ländern und fremden Kulturen. Mögen die Menschen noch so anders aussehen und Skorpione zum Nachtisch verzehren, mag ein Land noch so krasse Temperaturunterschiede verzeichnen und generell völlig steinzeitmässig anmuten - DIE MENSCHEN AUF DER GANZEN WELT SIND GRUNDSÄTZLICH GUT. Wohin ich auch kam - ich traf auf Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft und ausser in Japan auf reges Interesse an meiner Reise. Die Menschen in den 43 Ländern, die ich bereist habe, sind zivilisiert, leben zusammen und funktionieren als Gesellschaft. Es gibt soziale Verhaltensnormen – sei es in China, Kolumbien, Guatemala oder Kambodscha – und niemand will einem schaden. Höchsten wollen einige Zeitgenossen ihren Vorteil vermehren – aber wenn man ein bisschen wachsam ist, dann kann man diese Gestalten gut in die Schranken weisen.
Auch möchte ich vermerken, dass jeder Entscheid für die Realisierung eines Traumes mit Opportunitätskosten verbunden ist. So war das auch bei mir – ich war keinesfalls davon überzeugt, dass im April 2006 DER richtige Augenblick für eine 2-jährige Weltreise gekommen ist. Im Nachhinein kann ich sagen: 1) Der richtige Moment kommt nie, und 2) Es hat sich sehr gelohnt, im vielleicht völlig falschen Moment los zu fahren. Lebe Deinen Traum!
Ich möchte mich hier für das grosse Interesse bedanken, welches meinem Blog entgegenkam. In den nächsten Wochen wird die Seite umgebaut, so dass in Zukunft nach Ländern und Regionen navigiert werden kann.
Zu gegebener Zeit werde ich auf panmundo.com auch informieren, welchen Weg ich nach meiner Heimkehr eingeschlagen habe.
Vaya con dios!
See u at Panmundo 2.0 :-)
Tobias Reichmuth