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Wrrrrummmmm – was war das? Ah ja, ein Ferrari Modena. Und hier, was ist dann das? Genau, ein Porsche Cabrio…
Wo bin ich? Côte d’Azur? Zürich Bahnhofstrasse? Nein, British Colombia, genauer gesagt Vancouver Island, Tofino-City. Im Land der Schlaglöcher und der Off-Road Pisten. Die Ferrari-Besitzer müssten ihre Boliden wohl eingeflogen haben – oder gleich noch einen zweiten Unterboden mitgebracht haben…
Tofino ist ein kleines Hafenstädchen an der Pazifikküste von Vancouver Island. Malerisch und auf den ersten Blick keineswegs ein modäner Badeort. Wie auch immer, die kanadische Schickeria trifft sich hier.
Da ich Hunger hatte, erklomm ich die Treppen des Restaurants „Up-stairs“. Wohl aufgrund meiner dreckigen Hosen (wie sollen die auch sauber bleiben wenn das Auto mehr grau als blau ist?) wurde ich etwas argwöhnisch gemustert, aber trotzdem zu einer Couch begleitet. Hier wurde ich von einer Kajak-Lehrerin, die hübsch war, und der Restaurant-Besitzerin, die weniger hübsch war, in ein Gespräch verwickelt, welches irgendwie keinen richtigen
Tiefgang entwickeln wollte. „Oh, you travel around the world. Nice.“ Ich wollte mich schon meinem „Hitchhiker’s Guide to Galaxy“ (vierter Band) widmen, als ich gefragt wurde, was dass denn kosten würde.
Ich bin es leid, diese Frage zu beantworten. Überall werde ich danach gefragt. Und wenn ich ehrlich antworte, ernte ich manchmal sogar Missgunst. Also antworte ich nicht. Dann wurde ich gefragt was ich den arbeite. Ich antwortete ehrlich dass ich zur Zeit nicht arbeite. „Unemployed?“ wurde ich in erstaunter Stimme gefragt? Ich hielt dies für eine gute Antwort und stimmte enthusiastisch zu. Und dann war das Interesse der beiden Damen auch schon erloschen. Als ich später eine Gabel von ihrem Tisch ausleihen wollte, wurde ich glatt ignoriert.
Dafür kamen dann ein altersschwacher Sunnyboy (Typ Surfer mit langen blonden Haaren) um die 50 Jahre mit seiner Freundin, einer betrunkenen Tschechin mit tiefer Stimme, an den Nebentisch. Leider hatte ich keine Ohrenpropfen dabei.
Die Tschechien ereiferte sich über ihren Versager von Ehemann (nicht anwesend) und bestellte zwei Flaschen Champagner. Die Kajaklehrerin liess die Runde (und die Hälfte des Restaurants) wissen, dass sie bisexuell sei. Der Sunny-boy smilte, hatte aber nichts zu sagen. Später setzte sich die Mitbewohnerin des lokalen Cookie-Bäckers neben mich (ich ass eben eines dieser Cookies) und meinte, dass sei sicherlich das beste, was ich je gegessen hätte. Ich sagte, dass dem nicht so wäre und erstaunlicherweise war auch dieses Gespräch beendet.
Ich entschied, dass ich offenbar heute nicht kommunikationsfähig sei und erfreute mich ob dem Sternenhimmel, der mich draussen empfing.
Dies war gestern. Heute Morgen nun charterte ich ein Wasserflugzeug Typ „Vorkriegsmodell“. Ein Flug raus zu einer Insel mit heissen Quellen und zurück am nächsten Tag kostet 120 Dollar. Ich halte das für verdächtig günstig. Auch
verdächtig schien mir, dass der B&B Besitzer auf der Insel mir sagte, dass seine Gaststätte an sich geschlossen sei. Aber er würde eine Ausnahme machen und mir im Preis entgegen kommen. Kochen müsse ich selbst, oder auch nicht, das wisse er noch nicht. Aha.
Die Besitzerin des Wasserflugzeugbüros liess mich wissen, dass gegenwärtig keine Gäste empfangen würden, weil zwei Zimmer an eine exzentrische und offenbar dem Alkohol nicht abgeneigte Dame vermietet seien. Diese sei ein bisschen laut, aber nicht weiter gefährlich. Ob ich wirklich da hin wolle?
In einer Stunde geht’s los - ich bin gespannt!