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June 3, 2006 21:26:46
Pech und Schwefel!
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Ladies and gentlemen: Welcome to Iceland! Es blubbert, es dampft, die Erde lebt! In allen Farben! Aus kleinen Löchern im Boden strömt der Dampf mit 100 Grad Celsius, die Dusche auf dem Campingplatz scheint in direkter Verbindung mit der Hölle zu stehen (das Wasser stinkt nach faulen Eiern) und in einer beliebigen Bar in Akurery findet man in 15 Minuten fünf neue Freunde, die einem zutrinken. Das, meine Damen und Herren, ist Island!
Nach der Überfahrt mit der Fähre traf ich Alison aus Australien. Mit ihr bin ich diese Woche gereist bevor sie in Myvatn ihre Freunde traf. Als Australierin war sie von den Schneemassen, die die isländischen Gipfel zieren, beeindruckt. Also fuhren wir erstmal in die Berge hinter Seydisfjördur. Farbenprächtige Warnschilder weisen einem darauf hin, dass nur 4x4 Fahrzeuge weiter fahren dürfen. Prima! Also rein ins Vergnügen. Nach 2 Kilometern mussten wir feststellen, dass der Schnee doch etwas tiefer war, als dass wir das erwartet hätten. Aber mit Geländeuntersetzung und etwas menschlicher Schubkraft kriegten wir den Cruiser frei, nur um dann 100 Meter später wieder stecken zu bleiben. Diesmal war nichts zu machen - das Auto lag auf dem Schnee auf und alle 4 Räder drehten in der Luft. Doch Rettung nahte: Zuerst in Form eines Lastwagens mit Kran, später, nachdem ein Bergegurt und das Kabel der Seilwinde gerissen war (das fand ich entäuschend - die Seilwinde ist für mehr als 4 Tonnen ausgelegt und das Seil reisst bei der kleinsten Belastung?!) mit Hilfe eines Ungetüms von Land-Cruiser mit Ballon-Reifen. Ok, offenbar sind diese riesigen Reifen doch nicht zur Zierde...

Weiter ging es Richtung Osten - wo sich normalerweise kaum Touristen hin verirren, dafür aber wilde Tiere! In Island sind die Strassen nach dem Zufallsprinzip geteerte - plötzlich geht's auf der Staubpiste weiter, und wenn das Schütteln am schlimmsten wird empfängt einem plötzlich eine gut ausgebaute Strasse. Wir entdeckten fantastische Landschaften, der Himmel kam uns unglaublich gross vor... und nach einer 2-stündigen Fahrt mit 15km/h Durchschnittsgeschwindigkeit entlang der Küste war es dann soweit: Die Vogeleiersammler kamen in Sicht. Diese Männer kennen gar nichts: An einem relativ dünnen Seil lassen sie sich Klippen runter, die oft bis 80 Meter hoch sind. Und klauen den Seevögeln die Eier. Dies allerdings nur von Mitte Mai bis zum 10. Juni. Wir sprachen lange mit den Cliff-hangern und freuten uns sehr, als sie uns zum Abschied einige Eier mitgaben. Die dann auch ausgezeichnet schmeckten (Kochzeit: 8 Minuten).
 
Nach einer Nacht auf einem Bauernhof (Nacht kann man es nicht wirklich nennen - vielleicht "Dämmerung") und der Erkenntnis, dass ein Computerprogramm anhand des Blutdrucks eines Schafes die Wahrscheindlichkeit einer Zwillingsgeburt messsen kann (wenn diese tief ist wird das Schaf zu Koteletts verarbeitet), enführte uns die Strasse weiter durch spektakuläre Küstenszenarien - und schliesslich nach Myvatn  (ich liess mich diesmal auch überzeugen, auf die gesperrten Strassen zu verzichten), der Bergregion der Vulkane und Krater.  Hier schon mal ein Foto zur Anregung!