In meinem Unterfangen, die amerikanische Kultur zu verstehen bin ich einen Schritt weiter gekommen. Amis sind grundsätzlich friedliebende Menschen (die Administration Bush mal ausgenommen) und eher konfliktscheu.
Wenn ich jemanden anremple und dann „sorry“ sage, wird dies sofort mit einem höflichen „don’t worry about that“ oder „that’s quite alright“ quittiert. Und als ich einem Polizeiauto elegant den Weg abgeschnitt und der Officer uns danach bis zu Haustür verfolgte reichte ein „ohhw, I am sorry about that“ von meiner Seite.
Ist doch prima!
Wie dem auch sei, in zwei Bereichen hat mich der American Way of Life schon völlig verwandelt.
1.) Meine Shorts sind plötzlich zu eng.
2.) Als ich gestern nach Mexiko fuhr um Hrefna abzuholen, war mir ob all der Warnungen, was mich in Mexiko erwarten würde, ganz schön flau im Magen.
Die Amerikaner fürchten sich vor allem, was nicht amerikanisch ist. Und Mexiko ist weit davon entfernt, eine Verwandtschaft mit den USA zur Schau zu stellen. Also wurde mir von verschiedener Seite in Aussicht gestellt, dass ich entführt, überfallen oder zumindest von Polizisten erpresst werden würde. Johanna meinte traurig, dass sie jetzt nun wohl einen neuen WG-Partner suchen müsse.
Nichts von alledem! Beim Zoll wurde ich wortlos durch gewunken, der

Parkplatzwächter beim Flughafen hat sowohl bei Ein- wie auch Ausfahrt aus dem Parking friedlich geschlafen und die mexikanische Polizei hat mich mit Desinteresse gestraft.
Hrefnas Flug kam pünktlich an und ich freute mich, als Schweizer eine isländische Reisebekanntschaft in Mexiko abzuholen und in die USA zu bringen. Auch die Rückfahrt nach Amerika gestaltete sich einfacher als erwartet: Wir überholten die wartende Autoschlange da wir aus Versehen in die Diplomatenspur geraten waren, wurden dann freundlich wieder zurück nach Mexiko begleitet und warteten diesmal brav in der richtigen Kolonne. Der Zöllner frage interessiert nach der Weltreise und gab seiner Verwunderung Ausdruck, einen Land-Cruiser mit Diesel-Aggregat zu sehen/hören. Hrefna musste ihre Einreisekarte ausfüllen und 7 $ bezahlen und schon ging es zurück nach San Diego.
So geht das.