...Verkauf ausgeschrieben für eine exorbitante Summe): Ein 93er mit 163 Diesel-PS und nur 125’000km. Alles unter 200'000KM gilt bei diesen Autos als „kaum eingefahren“.
Tiptop, auf also nach Deutschland. Das Auto läuft gut, direkt vom Toyota-Händler, über den Preis konnte man verhandeln. Alles prima, jetzt noch schnell abklären, was die Verzollung und Anmeldung des Autos in der Schweiz kostet und.... Die grosse Enttäuschung folgte unmittelbar: Die HDJ80er vor Baujahr 95/96 erfüllten damals die schweizerischen Abgasvorschriften nicht und wurden nie importiert. Und ein Import heute, so die Toyota-Generalvertretung in der Schweiz, sei unmöglich. Ich müsse schon ein Modell mit dem modernern 24V Motor mit 170PS kaufen. Na ja, vielleicht, so dachte ich, kann ich das Auto ja meinen alten Freund und Consulting-Weggefährten Paul in Deutschland einlösen. Dieser war grosszügig dazu bereit, und so sammelte ich weitere Informationen. Steuern für solch ein Fahrzeug in Deutschland sind mehr als dreimal so hoch wie in der Schweiz. Die Versicherung ist teuerer. Eine Zulassung als Wohnmobil kann man unterdessen vergessen. Einzig die nachträgliche Umschreibung als LKW beim Finanzamt, so erfuhr ich über das Toyota-Forum, sei ein möglicher Weg. Dann allerdings müsse man die hinteren Fenster
verkleiden, die Sitzbank rausreissen und eine halbhohe Trennwand zur Fahrgastzelle einrichten. Würde ja alle noch gehen. Aber dann das endgültige aus: Von verschiedener Seite erhielt ich die Warnung, auf keinen Fall mit einem Auto das nicht auf meinen Namen eingetragen sei in südamerikanischen Länder fahren zu wollen. Befragungen, Verhaftungen, schlimme Folter.... Das sei im mindesten zu erwarten. Ich nehme dies ernst und suche also weiter, diesmal nach neueren Modellen. Es gibt in Deutschland und Österreich genau fünf, die mit unter 200'000km angeboten werden.
Die Odyssee begann in Mönchengladbach nach 8 Stunden Zugfahrt. Im Internet für 12900 Euro angeboten machte der Wagen, welcher laut Verkäufer 188’000km auf dem Buckel hat, auf den Fotos einen guten Eindruck. Der Verkäufer holte mich beim Bahnhof ab (aha, das Auto fährt immerhin) und dann fragte ich mich, wieso die Zahnriemenkontrollleuchte blinkte. Später fragte ich mich, wieso die Differentialsperren nicht einrasteten und danach wunderte ich mich ein bischen, dass das ABS nicht funktionierte (beim Bremstest stand ich quietschend leicht quer). Dass das Servicebuch plötzlich nicht mehr auffindbar war wunderte mich schon weniger.
Gut, also zurück in die Schweiz. Dann ein HDJ80 aus Wien: Der Verkäufer machte am Telefon (weiter...)