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Ich mache es kurz: Seattle ist eine schöne Stadt. In Portland regnet es ständig. San Francisco ist in der Hand der Chinesen. Und der Highway No. 1 ist nach wie vor eine der Traumstrassen dieser Welt. Wunderschön!
Es ist mir bewusst: Mein Reisetagebuch könnte ausführlicher über diese Weltstädte berichten. Und es mag erstaunen, dass ich die Westküste der Vereinigten Staaten in gerade mal drei Wochen bereist habe. Zu meiner
Entlastung sind zwei Gründe anzuführen: 1) Unzählige Reiseführer und Reportagen informieren ausführlich über diese Weltstädte, also lest selbst. 2) Wer will schon lange in Städten verweilen, wo vier Ausweise knapp für die käufliche Erwerbung eines Pitchers (=1 Krug für 4 Gäste) Bier genügen?
Und hier bin ich bei meinem Thema: Die Regelwerke, die dem Durchschnittsamerikaner als Betriebsanleitung fürs Leben dienen sind mehr als
extensiv. Alles ist geregelt, verboten, erlaubt oder mit einem dezenten Hinweis (à la „Caution: Coffee is hot!“)dekoriert.
Wenn etwas nicht verboten ist, so ist zumindest auf irgendeine Art gefährlich. Und falls man gerade ruhig im Bett liegt und das Leben nicht akut von Farbeimern oder tödlichen Schluchten (siehe Fotos) bedroht wird, kann man ständig damit rechnen, vom nächst besten Terroristen umgebracht zu werden.
In den letzten 10 Jahren sind ungefähr 5’000 Amerikaner durch terroristische Aktivitäten umgekommen. Gleichzeitig sind wohl an die 100'000 Amis in ihren Swimmingpools ertrunken. Trotzdem heisst es „War against Terrorism“ und nicht…
Aber ich verstehe die Amerikaner: Wenn ihnen seit Jahren eingetrichtert wird, dass hinter jeder Ecke ein Terrorist vermutet werden muss und da auch die hinterletzte Fähre in Alaska mit einer Kapazität von 6 Autos „Caution: Terror
Alert High“ skandaliert, dann muss einem ja Angst und Bange werden. Mir geht das ähnlich – seitdem zwei Mal in mein Auto eingebrochen wurde schlafe ich deutlich schlechter und pilgere jeden Morgen noch vor dem Frühstück zur Autokontrolle: Sind alle Fenster noch intakt?
Trotzdem: Die Leute sind hilfsbereit, gehen Konflikten normalerweise aus dem Weg (nicht so im Strassenverkehr wo ich andauernd den Finger gezeigt bekomme) und eigentlich scheinen mir alle mehr oder weniger zufrieden zu sein. Oder vielleicht doch eher brain-washed? Kollektiver Hirntod bei McDonalds Zwangsernährung?
Entgegen meinen Erfahrungen in Kanada und Alaska sind hier die Leute weniger interessiert. Die Kanadier wollten alles über meine Weltreise wissen, luden mich unbekannterweise zu Abendessen ein… In den USA scheint mir als Mentalität „mind your own business“ vorzuherrschen.
Den Highway No. 1 runter zu fahren war aber wunderschön. Die Bäume im Redwood-Park sind unglaublich hoch und breiter als mein Auto. Und ich möchte jedermann den Besuch von Santa Barbara empfehlen. Falls ein Besuch von Portland ansteht: nehmt einen Regenschirm mit!