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February 5, 2007 19:04:51
Bauen in Mexiko!
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Ja, und dann waren da diese Pyramiden. Mal ehrlich: Wieso spricht man von Hochkultur wenn man an die Pyramidenbauer im heutigen Mexiko denkt? Erstens waren die Jungs massiv später dran als die Ägypter. Von Innovation kann keine Rede sein. Zweitens ist die Wohnfläche mehr als bescheiden wenn man sich die X-tausend Kubikmeter Stein vor Augen führt, die für den Bau der Sonnen- und Mondpyramide verwendet wurden (die Namensgebung spricht auch nicht gerade für einen überragenden Einfallsreichtum). Drittens bauten die Römer viel früher viel schönere Bauten, die sogar Heizung hatten.


Das einzige was für diese Pyramiden spricht: Sie sind nachhaltig. Die Dinger haben Bestand, trotzen jedem Wetter. Entsprechend wollten die Atzteken auf Nummer sicher gehen: Sie wählten eine einfache Bauform, welche garantiert nicht in sich zusammen fallen würde, um auch in weiteren 1000 Jahren noch Erwähnung (als Hochkultur) zu finden. Klever? Ja. Hochkultur? Nein.

Doch was geschah zuvor? 

Unterwegs mit der charmanten Rushita aus London (ja, der Land-Cruiser erlaubt ein bequemes Reisen zu dritt) kamen wir in Guanajuato an. Schon das Ankommen als solches ist überzeugend: Durch unzählige in rohen Stein gehauene Tunnel unterquert man die Stadt. Farbige Häuser hängen über der engen Kopfsteinpflasterstrasse, welche immer wieder in einen neuen Tunnel verschwindet. Im Tunnel selbst gibt es eine Unzahl von Verzweigungen, Zu- und Abfahrten – selbstverständlich ohne Ampel oder Signal. Es wirkt wie die Verwirklichung eines architektonischen Bubentraums – mal einen Berg durchlöchern! Fast schon surreal. Dali und Co. wären begeistert.

Irgendwann entschlossen wir uns aus dieser Unterwelt der Einbahnstrassen aufzutauchen, und machten uns auf die Suche nach der Jugendherberge im Zentrum. Wir fanden einen Campingplatz.

Die Aussicht von unserem Stellplatz, den wir mit einem freundlichen und bekifften Kanadier teilten, war grossartig: Ein Berg voller farbiger Häuser stand uns gegenüber. Zu Fuss durchquerten wir einen weiteren Tunnel und fanden uns mit einer mittleren Kohlenmonoxidvergiftung im Zentrum wieder.

Die Prachtbauten im Kolonialstil leuchten in allen Farben, die Strassen sind eng, die Leute grüssen einem mit „hola“ und „buenas tardes“ und alle 200 Meter durchquert man einen grünen Park, der mit Musikanten und Studenten voll gestellt ist. In zwei Stunden schoss ich 100 Fotos – von Cafés, welche als Brücke über die schmalen 

Gassen gespannt sind und nur zwei Tische anbieten, von der unglaublich klassischen Universität, kleinen Läden, sonnendurchfluteten Gassen, anmutigen Mexikanerinnen…
Spätestens nach einer Siesta auf einer Parkbank und dem Abendessen mit Irena und Steve, die wir vor einer Woche in den Bergen bei Tequila kennen gelernt hatten, entschied ich mich: Hier will ich mal sehr lange Ferien machen.
Vorerst wurde daraus aber nichts. Da Rushita nach Mexiko City musste um nach San Salvador weiter zu fliegen, und wir die Pyramiden von Teotihuacan zuvor sehen wollten (Hochkultur, ha!), machten wir uns auf in Richtung Mexiko City und Pyramiden.