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January 21, 2007 20:27:14
David schreibt: Liebe Kinder - bitte nicht zu Hause probieren!
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Morgens früh um 0530 krähte der Hahn zum ersten, leider aber nicht zum letzten Mal. Er setzte seine Bemühungen bis um 0700 fort. Erst da ging im Nebenzimmer das Licht an und wir schälten uns aus den Schlafsäcken. Die Zähne waren schnell geputzt und wir fuhren weiter in Richtung Fähre – da die Strasse per Staudamm unter Wasser gesetzt wurde, stellte die Regierung einen Fährdienst (2 Autos pro Fähre) zur Verfügung. Die Anlegestelle, der Hafen so zu sagen, war eine Schlammpiste (es regnet nämlich unnatürlicherweise seit zwei Tagen ununterbrochen), die in den See führt. Raul hat uns am Vorabend gesagt, die Fähre brauche für einen Weg eine halbe Stunde. Im schlechtesten Fall sollten wir also nicht länger als eine Stunde auf das Schiff warten. Wir hielten dann auch tatsächlich nur etwa 50 Minuten Ausschau, da bog auch schon die schwimmende Brücke um die Landzunge. Mit Anlauf bohrte sich das Fallreep in den Schlamm: vertäut. Sofort war der Land Cruiser auf dem Ponton parkiert. Zu schnell wie sich herausstellte. Auf Anweisung der Kapitäne mussten wir noch mal runter und rückwärts einschiffen. Kaum war das erledigt, da tauchte ein weisser Pick-up auf. Ein hagerer Mann stieg aus, kam an Bord und fing auch schon an mit dem Kapitän zu reden, sein Fahrer, wie wir dachten brachte das Auto an Bord und wir konnten ablegen, sprich den Rückwärtsgang einlegen und abstossen. Einmal auf dem See kamen wir mit natürlich mit den anderen Passagieren ins Gespräch. Es handelte sich um einen Deutschen und einen Amerikaner, beides Geologen, die im Auftrag einer Chilenischen Bergbaufirma eine Mine besichtigen sollten, die zum Verkauf steht.


Auf der anderen Seite des Sees angelangt begann eine atemberaubende Fahrt durch die Berge. Erst einmal ging es relativ flach bis nach La Reforma – und dort war dann unsere Karte auch am Ende (keine weiteren Wege/Pfade verzeichnet). Dann per halsbrecherischen Bergpfad den Berg hoch bis zum Camp der Miene, dann wieder runter zu einem Fluss, dem wir ein kurzes Stück folgten. Nachdem wir nach dem Weg gefragt hatten, bogen wir rechts ab und wieder gings rauf: Entgegen den durch den ständigen Regen entstandenen Bergbächen. Gott sei Dank gibt’s Geländeuntersetzung! Die Fragerei, das Rauf und das Runter, das alles wiederholte sich noch unzählige Male, die Landschaft wechselte ständig, wir wurden immer wieder mit neuen Ausblicken und Einblicken belohnt. Währenddessen konnten wir nur hoffen, dass wir uns unserem Ziel Urique wenigsten näherten. Nach etwa 10 Stunden Geländefahrt inklusive einer Rundfahrt, die uns wieder zu dem „Pueblito“ brachte, in welchen wir uns 2 Stunden zuvor nach dem Weg erkundigt hatten, fanden wir dann Gewissheit. Ja, wir sind da. Ein Hotel war schnell gefunden, ein Restaurant auch. Während wir assen, spazierten drei Amerikaner herein. „Is that fancy car in front of the hotel yours?“, fragten sie uns. Wir bejahten. “Where did you came from today?” Wir erläuterten die Strecke. “You drove down that muddy steep mountain!?” Selbstverständlich, und nicht nur einen. „Were there no rocks you had to remove on the street?“ Na ja, einen einzigen, den Tobias den Berg runterkollern liess, er traf aber kein anderes Auto. Bitte nicht zu Hause ausprobieren.

Nach dem Abendessen wollten wir eigentlich noch eine Bar unsicher machen, dieses Vorhaben scheiterte jedoch, da die einzig vorhandene Gaststätte verschlossen war. Schliesslich ist Winter hier, Touristen hat es wenige und vielleicht sehen wir bald Schnee.