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Alle Wege führen nach… …Bangkok? Für mich offenbar schon. Ich kann machen, was ich will, aber irgendwie fahre ich immer wieder auf die gelb-schimmernde Smog-Glocke Bangkoks zu. Nun bin ich zum 4. Mal während meiner Weltreise in der Metropole des Lächelns angelangt.
Was ich will: Verschiffen. Schnellstmöglich, und zwar nach Japan. Ich halte mich gar nicht mehr erst mit Einfahrtsgenehmigungen nach China und Südkorea auf – ich will jetzt endlich vorwärts kommen!
Trotzdem: So unangenehm ist Bangkok auch wieder nicht! Und dies liegt vor allem an den lachenden Menschen, die hier leben und im Speziellen an den lokalen Couchsurfern und meinen Freunden von BCG und HSG.
Zusammen mit Sivalee und Anne rannte ich von Halloween-Party zu Bootsrennen, von Gallerie zu Pressefotovernissage. Dies alles verdient eigentlich spezielle Erwähnung – es sei der Fotowettbewerb des Foreign Correspondent Club Bangkok kurz erklärt: In kurzen Hosen und mit Kamera fällt man an einem Galaevent der Pressefotographen zwar auf, aber nicht dramatisch. Es tummelt sich, was in Burma auf Strommasten klettert und in Bagdad in Schützengräben kriecht um ein gutes Foto zu erhaschen.
Spannende Leute. Und die Fotos sind verdammt gut. Der Veranstalter, ein junger Engländer vom Wallstreet-Journal, der mit Sivalee befreundet ist, erklärt die Fotos und wie diese entstanden sind, ein Jury wählt die Sieger aus und schon gibt es Freibier und Buffet für alle. Prima Abend.
Später landete ich dann in einer Sodom-und-Gomorrha-Disko namens Tunnel – wer mit Kollege Oliver ausgeht, darf sich da nicht wundern. Aber eben: Auch das war nicht allzu unangenehm.
Auch schön war der Ausflug mit Anne-Katrin und Markus nach Ayutthaia – obschon ich schon früher auf eigene Faust da war, machte es Spass, dem dämlich-schwatzenden Führer zu entgehen und auf die pyramidenartigen Tempel zu klettern. Dieser Ausflug wurde gekrönt mit einem Fondue im besten Schweizer Restaurant in Bangkok, dem „Chesa“.
Zwischen diesen Beschäftigungen arbeitete ich verbissen weiter an meiner Dissertation – immerhin: Die Umfrage steht nun bereit! Nebenher organisierte ich die Verschiffung meines Autos. Fotokopieren, unterschreiben, überweisen… Und dann immer wieder durch die Rush-Hour Bangkoks. Diese Stadt ist ein einziges Verkehrschaos. Selbst mein respektverschaffender grosser Land-Cruiser hilft da nicht weiter. Noch schwieriger wird es, wenn man etwas finden will und einen Passanten fragt: Jeder weiss, wohin man muss, alle kennen sich aus, und kein Hinweis führt zu mehr als einer langen Odyssee in alle Himmelsrichtungen. Ein Thailänder kann einfach nicht sagen „I don’t know“ – das käme einem Gesichtsverlust gleich. Wie dem auch sei: Zeit ist unwichtig in Thailand – Zuspätkommen wird kommentarlos akzeptiert. Markus erklärte den Thailänder wie folgt: „’Zeit ist Geld’ kennt er nicht – wenn er zwischen 3-Stunden-im-Stau-stehen und 40 Baht (=1 Dollar) für den leeren Motorway wählen kann, fällt die Wahl immer auf den Stau“.
Trotzdem: Mir hat Bangkok gut gefallen. Die Menschen sind freundlich und lächeln immer, die Hupe wird nur ganz selten betätigt und man findet Schweizer Essen.
Und das Beste: Nach 2 intensiven Tagen im Hafen und meiner Verschiffungsagentur ist sogar mein Auto sicher im Container verstaut und nun unterwegs nach Tokio.