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Selbstverständlich koche ich gerne selbst. Und in Mexiko ist das Einkaufen ein Vergnügen – tausend kleine Tiendas (Shops) laden mit vielfarbigen Vitrinen und noch mehr Gerüchen zum Geldausgeben ein. Geldausgeben? So kann man das eigentlich nicht nennen. Entkommt man den Touristenfallen mit ihrem kaum zu widerstehenden Angebot an Madonnen, Holzschnitzereien und lieblichen Stoffhunden und läuft durch kleine Gassen und Markthallen, welche von aussen meist nicht gekennzeichnet sind, so gehen die Preise markant runter.
Meine Shopping Tour begann mit der Suche nach einem Holzkreuz, welches in Zukunft den Rückspiegel des Land-Cruisers zieren wird (ich spekuliere auf die Gottesfurcht des korrupten Polizisten und des potentiellen Autodiebes). Dieses war schnell gefunden. Weitergehend entdeckte ich mit dem Adlerblick des reisenden Hobbykochs ein riesiges Glas voll mit marinierten Fischfilets. Mjam. Ich erkundigte mich nach dem Preis für ein halbes Kilo – schliesslich wollte ich David und die anderen Hostelgäste mit einem Mittagsmahl überraschen – und war positiv überrascht, als ich die genannten 5 Pesos durch 10 teilte um Schweizer Franken zu erhalten. 50 Rappen für ein halbes Kilo Fisch. Dies nahm ich zum Anlass auch noch ein halbes Kilo Wurst zu kaufen – für weitere 5 Pesos.
Das Mal gelang ausgezeichnet – wer kann schon Fischfilets mit frischen Tomaten, Zwiebeln und etwas Balsamico-Essig widerstehen?
Kurz vor dem letzten mühsamen Bissen (der Fisch war erstaunlich zäh) nahmen wir dann etwas überrascht Ernestos Erstaunen zu Kenntnis. Er erklärte, dass es selten vorkomme, dass Nicht-Mexikaner mit Wohlgefallen Schweinehaut verspeisen würden. Na ja, erstens handelte es sich bei den Würsten immerhin um solche und zweitens stimuliert Tequila die Verdauung. Eine entsprechende Gruppentherapie wurde sofort veranlasst.