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May 30, 2006 14:23:40
What shall we do with the drunken sailor?
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Schon im Hafen von Torshavn beobachtete ich, wie ein sportlicher junger Mann mit Zigarette über die Abschrankung kletterte – und längs hinfiel. Ausser dass er sich über den Verlust der Zigarette aufregte schien ihm nicht passiert zu sein. Auf dem Weg zum Check-in für Fussgänger machte er es sich zwei weitere Male auf dem Boden bequem. Wieso wohl? Mir war das schleierhaft.

Auf der Fähre dann besuchte ich erst den Fitness-Club – und enterte dann meine 9er Kabine. „You get what you pay for“. Das meinte Prof. Spreeman mal in einer Vorlesung – und es klang mir in den Ohren als ich in die Kabine kam. Es stank zum Himmel: Bier, Gin und was weiss ich noch alles. Ich wurde dann aber freudig begrüsst von einem nicht mehr ganz jungen Isländer, der mir, nachdem er mir anerkennend zurülpste, erklärte, er könne unmöglich auf der obersten Liege schlafen, dazu sei er nicht in der Lage. Ich glaubte ihm sofort.

Beim Abendessen mit Anne und Clemence stellten wir fest, dass wir dieselbe Kabine teilten – immerhin, ein Lichtblick. Um 24 Uhr machte ich mich auf den Weg in die Gemächer und - oh Wunder – es herrschte Ruhe. Damit war es um 02 Uhr dann vorbei. Der Besoffene Nr. 1 wankte in die Kabine, unterdrückte seinen Schluckauf nur mühsam und weckte Clemence um sie zu fragen woher sie denn komme. Ich erklärte ihm ungehalten wir seinen hier um zu schlafen, worauf er sich freundlich entschuldigte. Offenbar war ihm das entgangen. Er begann leise vor sich her zu summen. Später gesellten sich zwei Saufkumpane zu ihm und besprachen die Lage – dies lautstark. Nochmals erklärte ich den Zweck der Kabinen und die drei verschwanden um 30 Minuten später noch besoffener zurück zu kommen.

Das unfaire dabei war, dass zwei der Trunkbolde sofort einschliefen, und ich ob ihres nahezu obszönen Geschnarches nicht mehr einschlafen konnte. Nummer drei pfiff unterdessen eine alte isländische Weise. Um 5 Uhr nach einigen Perioden kurzen Schlafes versagte der Schliessmuskel vom Betrunkenen Nr. 1 und Anne, Clemence und ich entschieden uns, die Nachtruhe auf Deck fortzusetzen.

Die Einfahrt in Seydisflördür auf Island um 9 Uhr Ortszeit (11 Uhr Schweizer Zeit) war dann aber atemberaubend – die Kulisse lässt auf spannende Wochen in Island und einiges an Off-Road-Abenteuer hoffen (mit auf der Fähre waren 10 weitere Land-Cruiser mit Bereifungen, die meine 285er schmal aussehen lassen).

Zur Begrüssung wurde dann meine Auto durchsucht – mein Name stand auf einer Liste des Zollbeamten (eilt mir mein Ruf voraus?). Die Liste umfasst alle Holländer und alle die eine Fährkarte mit Studentenermässigung gebucht haben.  Auch Barzahler werden vermerkt. Die Zollmannschaft beschlagnahmte 300 Gramm Färöisches Kalbsfleisch und wünschte mir gute Fahrt.